Hybridbau aus Holz und Beton mit vorgefertigten Elementen auf einer Baustelle

Hybridbau Holz-Beton: Innovation im Fertigteilbau

Die Holz-Beton-Hybridbauweise vereint zwei der ältesten und leistungsfähigsten Baustoffe der Menschheit zu einem System, das die jeweiligen Stärken beider Baustoffe gezielt kombiniert. Holz übernimmt die Zugkräfte, bindet CO₂ und bildet eine leichte, wärmedämmende Gebäudehülle. Beton übernimmt die Druckkräfte, liefert Masse für Brand- und Schallschutz und unterstützt Dauerhaftigkeit bei Fundamenten und Treppenhäusern. Das Ergebnis: ein nachhaltiger Baustoff-Verbund, der mehrgeschossigen Holzbau bis in höhere Gebäudeklassen unterstützen kann, sofern Brandschutzkonzept, Landesbauordnung und projektspezifische Nachweise dies zulassen. Im Folgenden: HBV-Verbundtechnik, Bauteiltypen mit Kennwerten und Wirtschaftlichkeit der hybriden Bauweise im DACH-Raum.

Was ist Hybridbau? Definition und Bedeutung

Hybridbau bezeichnet eine Bauweise, bei der zwei oder mehr Baustoffe konstruktiv so kombiniert werden, dass jeder Werkstoff seine spezifischen Stärken einbringt. Im Kontext des Hybridbau Holz Beton bedeutet das konkret: Holz wird für die Gebäudehülle, Innenwände und Deckenträger eingesetzt, während Beton die tragenden Kerne (Treppenhäuser, Aufzugsschächte), Fundamente und bei Bedarf Deckenscheiben übernimmt.

Die Hybridbauweise unterscheidet sich damit grundlegend von rein additivem Materialeinsatz. Es geht nicht darum, Holz neben Beton zu stellen, sondern beide Materialien in einem gemeinsamen Tragwerk zu verbinden – konstruktiv, statisch und bauphysikalisch aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das die Energieeffizienz und CO₂-Bilanz eines Holzbaus mit der Robustheit und dem Schallschutz eines Massivbaus vereint.

Warum Holzhybridbau jetzt an Bedeutung gewinnt

Drei Entwicklungen treiben den Holzhybridbau seit 2020 besonders stark voran:

  1. Regulatorischer Rahmen: Die Muster-Holzbaurichtlinie erweitert die Möglichkeiten des Holzbaus auch in höheren Gebäudeklassen. Hybridkonstruktionen mit Betonkernen können bei entsprechender Bemessung und Detailplanung hohe Brandschutzanforderungen wie REI 90 erfüllen. 
  2. CO₂-Bepreisung und ESG-Anforderungen erhöhen die Bedeutung der CO₂-Bilanz von Baustoffen. Holz speichert biogenen Kohlenstoff; die tatsächliche CO₂-Wirkung gegenüber einer reinen Betonbauweise ist projektbezogen über eine Ökobilanz oder EPD nachzuweisen.
  3. Fachkräftemangel: Vorgefertigte Bauteile können den Personaleinsatz auf der Baustelle deutlich reduzieren. 

Der Holzhybridbau ist damit kein Nischenthema mehr, sondern eine wirtschaftlich und ökologisch rationale Antwort auf die zentralen Herausforderungen des zeitgenössischen Hochbaus.

Holz-Beton-Verbund: Das Prinzip

Der Holz-Beton-Verbund (HBV) ist das ingenieurtechnische Kernprinzip der Hybridbauweise. Die Grundidee: Holz und Beton werden über mechanische Verbindungsmittel so miteinander gekoppelt, dass sie als zusammengesetzter Querschnitt wirken. Das Holz übernimmt die Zugzone, der Beton die Druckzone – analog zum Prinzip des Stahlbetons, nur mit Holz statt Stahl als Zugpartner.

Verbindungstechniken im Holz-Beton-Verbund

Die konstruktive Verbindung zwischen Holz und Beton ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit der Holz-Beton-Verbundkonstruktionen. In der Praxis kommen drei Haupttypen zum Einsatz:

  • Mechanische Verbindungsmittel: Schrauben, Kerven, eingeklebte Stahldübel oder HBV-Leisten, die in das Holz eingebracht und vom Beton umschlossen werden. Steifigkeit abhängig von Verbindungsmittel, Raster, Holzquerschnitt, Betonschicht und statischer Bemessung. 
  • Eingeklebte Verbundleisten: Stahl- oder GFK-Leisten, die in Nuten des Holzträgers eingeklebt und anschließend einbetoniert werden. Diese Methode erreicht einen hohen Verbundgrad bei entsprechend bemessener Verbindungstechnik.
  • Kerven-Verbindungen: Eingefräste Nuten im Holz, die mit Beton ausgefüllt werden. Einfach herzustellen, aber mit niedrigerem Verbundgrad abhängig von Geometrie, Ausführung und statischer Bemessung.

Der Verbundgrad bestimmt, wie effizient die beiden Materialien zusammenarbeiten. Ein hoher Verbundgrad bedeutet, dass sich der zusammengesetzte Querschnitt annähernd wie ein monolithisches Bauteil verhält – mit entsprechend höherer Steifigkeit und Tragfähigkeit.

Materialwerte im Vergleich

Die Stärke des Holz-Beton-Verbunds wird deutlich, wenn man die Materialeigenschaften gegenüberstellt:

  • Beton C30/37: Druckfestigkeit 30 N/mm², Zugfestigkeit nur 2,9 N/mm², Rohdichte 2.400 kg/m³
  • BSH GL24h (Brettschichtholz): Biegefestigkeit 24 N/mm², Zugfestigkeit parallel 16,5 N/mm², Rohdichte 385 kg/m³
  • CLT (Brettsperrholz) C24: Biegefestigkeit 24 N/mm², Zugfestigkeit 14 N/mm², Rohdichte 420 kg/m³

Beton ist hervorragend unter Druck, versagt aber unter Zug. Holz ist leicht und zugfest. Im Verbund ergänzen sich beide Materialien optimal.Eine HBV-Decke kann bei geeigneter Bemessung leichter als eine reine Stahlbetondecke und steifer als eine vergleichbare reine Holzdecke ausgeführt werden. 

Hybridwände: CLT + Beton

Hybridwände kombinieren CLT-Wandelemente (Cross Laminated Timber / Brettsperrholz) mit einer Betonschicht zu einem Bauteil, das Tragfähigkeit, Brandschutz und Wärmedämmung in einem Element vereint. Das Prinzip: Ein CLT-Kern bildet die tragende und wärmedämmende Grundstruktur, während eine Betonschale auf der Innen- oder Außenseite Masse für Schallschutz und Brandschutz liefert.

Aufbau und technische Spezifikationen

Ein typisches Hybridwand-Element besteht aus folgenden Schichten:

  • CLT-Kern: 80–160 mm Brettsperrholz (3- bis 5-lagig, Festigkeitsklasse C24), werksseitig zugeschnitten mit CNC-Bearbeitung für Fenster- und Türöffnungen
  • Betonschale: 60–120 mm Stahlbeton (C25/30 bis C30/37), bewehrt mit Q-Matten oder Faserbewehrung
  • Verbundschicht: Mechanische Verbindungsmittel (Schraubverbinder oder eingeklebte Dübel) im Raster von projektbezogen festgelegtem Raster 
  • Optionale Dämmschicht: 60–200 mm Mineralwolle oder Holzfaserdämmung zwischen CLT und Betonschale

Die Gesamtdicke einer Hybridwand liegt typischerweise bei abhängig vom Wandaufbau, Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz. Die erreichbaren U-Werte liegen bei hängen vom konkreten Wandaufbau ab und sind projektbezogen nach GEG beziehungsweise Förderstandard nachzuweisen.

Brandschutz: hohe Feuerwiderstandsklassen bei entsprechendem Nachweis 

Der Brandschutz bei Hybridbauten profitiert erheblich von der Betonseitenverkleidung. Während reiner CLT-Bau aufwändige Gipskartonbekleidungen für REI 90 erfordert, erfüllt die Hybridwand mit ihrer entsprechend bemessenen Betonschale hohe Feuerwiderstandsklassen wie REI 90 erreichen kann. Das spart Kosten, reduziert die Wandstärke und vereinfacht die Tragwerksplanung. Für Gebäudeklasse 4/5 ist dies ein entscheidender Vorteil, da die MHolzBauRL ab Gebäudeklasse 4 erhöhte Anforderungen an den Brandschutz stellt.

Schallschutz: Masse trifft Absorption

Im Schallschutz wirkt die Hybrid-Kombination doppelt: Die Betonmasse blockt Luftschall (Frequenzbereich 100–3.150 Hz), während das Holz durch seine Faserstruktur Schall absorbiert und Resonanzen dämpft. Hybridwände erreichen können hohe Schalldämmwerte erreichen – ein Wert, der mit reinen Holzwänden gleicher Dicke kaum erreichbar ist.

Hybriddecken: Holz-Beton-Verbunddecken

Holz-Beton-Verbunddecken (HBV-Decken) sind das meistverbreitete Hybrid-Bauteil im mehrgeschossigen Bau. Das Prinzip: Ein Holzträger (BSH-Balken, CLT-Platte oder Brettstapel) bildet die Zugzone und Untersicht, darauf wird eine Betonschicht von 60–100 mm als Druckzone aufgebracht und über Verbindungsmittel kraftschlüssig verbunden.

Deckensysteme im Überblick

Budizol bietet hybride Lösungen aus Holz- und Betonelementen:

  • BSH-Balken mit Betonergänzung können bei geeigneter Bemessung eine hybride Deckenkonstruktion bilden. Abmessungen, Spannweiten und Wirtschaftlichkeit sind projektbezogen zu prüfen. 
  • CLT-Platten mit Betonergänzung können als hybride Deckensysteme eingesetzt werden. Schichtdicken, Spannweiten und Tragverhalten sind statisch nachzuweisen. 
  • Brettstapel- oder Massivholzsysteme mit Betonergänzung können projektbezogen eine geeignete Lösung sein.

Technische Leistungsdaten der HBV-Decke

Die HBV-Decke erreicht im Vergleich zu reinen Holz- oder Betondecken bemerkenswerte Leistungswerte:

  • Spannweiten sind abhängig von System, Lasten, Querschnitt, Verbindungsmitteln und statischer Bemessung. 
  • Nutzlasten sind projektbezogen nach Nutzung und Bemessung festzulegen. 
  • Schwingungsverhalten und Trittschall sind projektbezogen nachzuweisen; die Betonmasse kann das dynamische Verhalten verbessern. 
  • Trittschallschutz ist abhängig von Deckensystem, Estrich, Aufbau und Anschlüssen und muss projektspezifisch nachgewiesen werden. 
  • Brandschutz: Feuerwiderstandsklasse abhängig von Bauteilaufbau, Holzquerschnitt, Betonschicht, Anschlüssen und Brandschutzbemessung. 
  • Eigengewicht abhängig vom konkreten Aufbau; häufig geringer als bei vergleichbaren Stahlbetondecken. 

Die geringere Masse der Holz-Beton-Verbunddecken reduziert die Lasten auf die darunterliegenden Bauteile und Fundamente – ein kaskadierender Vorteil, der sich in geringerem Materialverbrauch und schlankeren Stützenquerschnitten niederschlägt.

Vergleich: Reiner Holzbau vs. Massivbau vs. Hybridbau

Die folgende Gegenüberstellung zeigt, wie die Holz-Beton-Hybridbauweise die Stärken beider Ausgangssysteme vereint, während sie deren Schwächen kompensiert:

KriteriumReiner Holzbau (CLT/BSH)Reiner Massivbau (Stahlbeton)Hybridbau Holz-Beton
Brandschutz (REI 90)Nur mit zusätzlicher Bekleidung (GKF 2×12,5 mm)Nativ erfüllt ab 200 mm WandstärkeNativ erfüllt durch Betonkern/-schale
Schallschutz (Rw)42–48 dB (problematisch bei Wohnungstrennwänden)55–62 dB (masse-bedingt sehr gut)55–60 dB (Betonmasse + Holzabsorption)
CO₂-Bilanz (Rohbau)Stark negativ (CO₂-Senke, ca. −150 kg CO₂/m² BGF)Stark positiv (ca. +250 kg CO₂/m² BGF)Nahezu neutral bis negativ (ca. −30 bis −80 kg CO₂/m² BGF)
Spannweite Decken5–7 m (CLT), 8–10 m (BSH)8–15 m (Spannbeton)6–12 m (HBV-Decke)
GebäudeklasseGK 1–4 (GK 5 nur mit Sondergenehmigung)GK 1–5 ohne EinschränkungGK 1–5 (Betonkern sichert höhere GK ab)
Eigengewicht Decke (pro m²)60–120 kg/m²300–450 kg/m²150–250 kg/m²
VorfertigungsgradSehr hoch (85–95 %)Hoch (70–90 %)Sehr hoch (80–95 %)
U-Wert Außenwand (typisch)0,12–0,18 W/(m²K)0,20–0,28 W/(m²K) mit WDVS0,15–0,20 W/(m²K)
Kosteneffizienz (Rohbau/m² BGF)350–500 EUR/m²280–420 EUR/m²320–460 EUR/m²

Die Tabelle verdeutlicht: Die hybride Bauweise positioniert sich nicht als Kompromiss, sondern als leistungsfähige Kombination beider Bauweisen. Sie erreicht beim Schallschutz und Brandschutz das Niveau des Massivbaus, beim CO₂-Fußabdruck und Eigengewicht jedoch Werte, die dem reinen Holzbau deutlich näherstehen. Für Bauträger, die im mehrgeschossigen Holzbau ab Gebäudeklasse 4 planen, ist die Hybridlösung eine mögliche Lösung, deren Genehmigungsfähigkeit projektbezogen zu prüfen ist 

Nachhaltigkeit und Leistung: CO₂-Bilanz und Ressourceneffizienz

Die ökologische Argumentation für den Hybridbau Holz Beton ist ber projektbezogene Ökobilanzen und EPDs nach DIN EN 15804 belegbar. Der entscheidende Mechanismus: Holz bindet während seines Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre und speichert es dauerhaft im Gebäude. Pro Kubikmeter verbautes Nadelholz werdenbiogene Kohlenstoffspeicherung und Emissionswerte sind anhand konkreter EPDs und Bilanzgrenzen zu bewerten.

CO₂-Rechnung eines typischen Hybridgebäudes

Für ein 5-geschossiges Wohngebäude mit 3.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) ergibt sich folgende beispielhafte, projektbezogen zu belegende CO₂-Bilanz :

  • Holzanteil und biogene Kohlenstoffspeicherung sind anhand konkreter Materialmengen und EPDs zu berechnen. 
  • Betonemissionen sind abhängig von Betonrezeptur, Zementart, Bewehrung, Energieeinsatz und Transport. 
  • Die Nettobilanz des Rohbaus ist projektbezogen anhand definierter Bilanzgrenzen zu berechnen. 

Ein belastbarer Vergleich mit einer reinen Stahlbetonbauweise sollte nur anhand einer projektbezogenen Ökobilanz erfolgen. 

Zirkulärer Holzbau und Ressourceneffizienz

Der Gedanke des zirkulären Holzbaus geht über die CO₂-Bilanz hinaus. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff – in deutschen und skandinavischen Wirtschaftswäldern wächst jährlich mehr Holz nach als entnommen wird. Im Hybridbau wird zudem weniger Beton eingesetzt als im reinen Massivbau, was den Verbrauch von Sand, Kies und Zement reduziert. Bei Budizol wird der reduzierte Materialverbrauch durch die Kombination beider Werke auf einem Campus zusätzlich optimiert: Die räumliche und digitale Koordination von Beton- und Holzfertigung kann Transportwege, Schnittstellen und Materialverluste reduzieren. 

Erfahren Sie mehr über unsere Holzfertigung.

Energetische Vorteile und GEG 2024

Die Energieeffizienz von Hybridgebäuden profitiert von einem dreifachen Vorteil: der Wärmedämmung des Holzes, der thermischen Speichermasse des Betons und dem hohen Vorfertigungsgrad, der luftdichte Gebäudehüllen erleichtert.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Artikel Energia³, also wie man smart ist, auch ohne Stromversorgung.

Wärmedämmung und U-Werte

Holz hat eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,13 W/(mK), Beton von λ = 2,1 W/(mK). Im Hybridwand-Aufbau übernimmt das CLT-Element den größten Teil der Dämmwirkung, während die Betonschicht primär für Masse und Tragfähigkeit sorgt. Mit einer zusätzlichen Dämmschicht (Mineralwolle oder Holzfaserdämmung, λ = 0,035–0,040 W/(mK)) erreichen Hybridwände projektbezogen nachzuweisende U-Werte, abhängig von Schichtenaufbau, Dämmstoff, Wärmebrücken und Anschlüssen.

Diese Werte erfüllenbei entsprechender Gesamtplanung die Anforderungen nach GEG beziehungsweise Förderstandard unterstützen 

Thermische Speichermasse

Ein oft unterschätzter Vorteil der Hybridbauweise gegenüber reinem Holzleichtbau: Die Betonelemente in Decken und Innenwänden liefern thermische Speichermasse, die sommerliche Überhitzung reduziert. Beton hat eine spezifische Wärmekapazität von 1.000 J/(kg·K) bei hoher Rohdichte – Die thermische Speicherwirkung ist projektbezogen nach DIN 4108-2 beziehungsweise im sommerlichen Wärmeschutznachweis zu bewerten.

Luftdichtheit durch Vorfertigung

Die werksseitige Fertigung von Hybrid-Elementen ermöglicht eine kontrollierte Fugenausbildung. Dichtungsbänder, Folienanschlüsse und Fenstereinbindungen werden bereits im Werk appliziert. In der Praxis erreichen Hybridgebäude Eine hohe Luftdichtheit kann durch Vorfertigung unterstützt werden; konkrete n₅₀-Werte sind projektbezogen nachzuweisen. 

Einsatzbeispiele: Wo der Hybridbau seine Stärken zeigt

Die Holz-Beton-Hybridbauweise eignet sich besonders für Gebäudetypen, bei denen Nachhaltigkeit, Baugeschwindigkeit und bauphysikalische Anforderungen zusammentreffen. Die folgenden Anwendungsbereiche zeigen das Spektrum:

Mehrgeschossiger Wohnungsbau

Wohngebäude mit 4mehreren Geschossen sind das Kernsegment des Holzhybridbaus. Die Anforderungen an Schallschutz zwischen Wohneinheiten (DIN 4109: Rw ≥ 53 dB für Wohnungstrennwände, Ln,w ≤ 53 dB für Trittschall) und an Brandschutz ab Gebäudeklasse 4 (Feuerwiderstand REI 60 bis REI 90) werden durch die Hybrid-Kombination aus CLT-Elementen und Betonkernen bei entsprechender Planung und Nachweisführung erfüllt. Typische Projekte: Wohnungsbauprogramme mit wiederholbaren Grundrissen und ausreichend hohem Vorfertigungsgrad, bei denen die modulare Bauweise mit hohem Wiederholungsgrad besonders wirtschaftlich ist.

Büro- und Verwaltungsgebäude

Bürogebäude profitieren von den großen Spannweiten der HBV-Decken (projektabhängig bis zu großen Spannweiten, die stützenfreie Grundrisse ermöglichen. Die Holzuntersichten bleiben als Gestaltungselement sichtbar – ein Pluspunkt bei modernen Arbeitsplatzkonzepten, die natürliche Materialien und Raumakustik betonen. Die Betonschicht in der Decke liefert die nötige Speichermasse für das sommerliche Raumklima und kann je nach System und TGA-Konzept für thermische Speichermasse oder Bauteilaktivierung genutzt werden.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Artikel Rosevia Resort – Zeit für eine Pause.

Bildungsbauten: Schulen und Kitas

Schulneubauten setzen verstärkt auf Hybridkonstruktionen. Die Gründe: kurze Bauzeiten (Ferien als Baufenster), hohe Schallanforderungen zwischen Klassenräumen, Nachhaltigkeit als Bildungsauftrag und die Möglichkeit, Holzoberflächen als haptisches und visuelles Gestaltungselement einzusetzen. Hybriddecken und -wände ermöglichen Bauzeiten von 6–9 Monaten für einen kompletten Schulneubau – im Vergleich zu 12–18 Monaten bei konventioneller Bauweise.

Aufstockungen und Nachverdichtung

Ein wachsendes Segment: die Aufstockung bestehender Gebäude um 1–3 Geschosse. Hier ist das geringe Eigengewicht der Hybridkonstruktion entscheidend. Eine HBV-Decke wiegt je nach Aufbau deutlich weniger als eine vergleichbare Stahlbetondecke. Diese Gewichtsersparnis von mögliche Gewichtsersparnis ermöglicht es häufig, vorhandene Fundamente und Tragstrukturen mit geringerem Verstärkungsbedarf weiter zu nutzen, sofern der Bestandsnachweis dies bestätigt. CLT-Wandelemente mit Betonkernen liefern dabei die nötige Aussteifung für die Windbeanspruchung der oberen Geschosse.

Budizol: Hybridfertigung aus einer Hand

Die praktische Umsetzung der Hybridbauweise scheitert in der Praxis häufig an der Schnittstelle zwischen Holzbau- und Betonbauunternehmen. Unterschiedliche Toleranzsysteme, getrennte BIM-Modelle, separate Logistik und ungeklärte Gewährleistungsgrenzen verursachen Reibungsverluste, die den Kostenvorteil der Hybridbauweise zunichtemachen können.

Budizol löst dieses Problem strukturell: Am Standort Włocławek betreibt Budizol eine Betonfertigteilfabrik und eine Holzfertigungshalle auf einem gemeinsamen Campus. Diese Konstellation – Beton- und Holzproduktion unter einem Dach – istin besonderer organisatorischer Vorteil und bildet die Grundlage für echte Hybridfertigung:

  • Ein koordiniertes BIM-Modell: Holz- und Betonbauteile können in einem gemeinsamen digitalen Modell abgestimmt werden. Kollisionsprüfung, Toleranzabstimmung und Produktionsplanung können dadurch frühzeitig koordiniert werden. 
  • Eine koordinierte Produktion: Hybridbauteile können je nach Projekt als vorgefertigte Elemente oder abgestimmte Systemkomponenten geliefert werden. 
  • Eine koordinierte Lieferung: Beton- und Holzbauteile können aus einer Hand geplant und logistisch abgestimmt werden. Das reduziert Schnittstellen und kann Terminrisiken verringern. 
  • Eine klare Schnittstelle: Budizol kann durch integrierte Planung, Fertigung und Montage Schnittstellenrisiken im Hybridbau reduzieren. Verantwortlichkeiten und Gewährleistung ergeben sich aus dem konkreten Vertrag. 

Für Architekten und Bauträger bedeutet diese Konstellation: Sie erhalten Betonfertigteile und Holzbauelemente nicht von zwei Lieferanten, die sich koordinieren müssen, sondern aus einer integrierten Fertigung. Die Kosteneffizienz der Hybridfertigung steigt mit dem Vorfertigungsgrad – und der Vorfertigungsgrad steigt, wenn Holz- und Betonbauteile im selben Werk zusammengeführt werden können.

Ausblick: Die Zukunft gehört dem Hybrid

Der Holzfertigbau in Deutschland wird bis 2030 voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen. Ein erheblicher Teil dieses Wachstums wird auf Hybridkonstruktionen entfallen, denn die bauphysikalischen und genehmigungsrechtlichen Grenzen des reinen Holzbaus ab Gebäudeklasse 4 bleiben bestehen.

Die Treiber für dieses Wachstum sind struktureller Natur: verschärfte CO₂-Anforderungen im Gebäudesektor (EU-Gebäuderichtlinie EPBD, nationales Klimaschutzgesetz), steigende Rohstoffkosten für Sand und Zement, zunehmende Akzeptanz von Holzbauweisen bei Genehmigungsbehörden und Versicherungen sowie der fortwährende Fachkräftemangel, der den Vorfertigungsgrad weiter erhöhen wird.

Hersteller wie Budizol, die bereits heute beide Produktionslinien unter einem Dach vereinen, sind für diesen Wandel positioniert. Denn die Hybridbauweise isteine zukunftsfähige Lösung, die die Stärken von Holz und Beton projektspezifisch verbinden kann.

Sie planen ein Projekt im Hybridbau Holz Beton? Kontaktieren Sie Budizol für eine unverbindliche Beratung zur hybriden Fertigteillösungen, technischen Machbarkeit und projektbezogenen Kalkulation.

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